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Erholung des Ölangebots dürfte laut Experten keinen Preiseinbruch auslösen

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Drohnenaufnahme eines großen Tankschiffs mit Hubschrauberlandeplätzen auf dem Meer.

Das Wichtigste

Eine führende Energieberatung erwartet, dass bis Jahresende bis zu 75% der Ölströme durch die kritische Straße von Hormus auf den Markt zurückkehren, was die Sorgen vor einem massiven Rohölüberschuss lindert. Analysten rechnen jedoch nicht mit einem starken Preisrückgang im Jahr 2027: Solange die Spannungen zwischen den USA und Iran anhalten, dürfte Öl im Bereich von 50 bis knapp 60 US-Dollar je Barrel verharren.

Die wichtigsten Punkte

  • FGE NexantECA erwartet, dass drei Viertel der gestörten Öllieferungen durch die Straße von Hormus bis Jahresende wieder aufgenommen werden, womit ein historischer Angebotsausfall infolge der Iran-Spannungen rückgängig gemacht würde.
  • Auch bei wiederhergestellten Lieferströmen sollen die Ölpreise 2027 im Bereich von oberen 50ern bis niedrigen 60ern je Barrel verbleiben, was die Annahme infrage stellt, dass eine Normalisierung des Angebots automatisch deutlich billigeres Öl bedeutet.
  • Das geopolitische Risiko bleibt die entscheidende Variable: Eine vollständige Lösung der Spannungen zwischen den USA und Iran ist kurzfristig unwahrscheinlich, was die Preise trotz höheren Angebots weiter stützen dürfte.
  • Die globalen Öllagerbestände wurden während der Angebotsstörung deutlich abgebaut, was einerseits als Puffer gegen einen unmittelbaren Überschuss dient, andererseits ein Risiko darstellt, falls die Nachfrage unerwartet nachlässt.

Eine führende Energieberatung widerspricht düsteren Warnungen vor einem Ölpreiseinbruch und argumentiert, dass sich das Angebot im kommenden Jahr zwar deutlich erholen wird, geopolitische Risiken aber weiterhin einen Boden unter die Preise legen werden. Die Straße von Hormus, durch die etwa ein Drittel des weltweiten Seetransports von Öl fließt, war von schweren Störungen im Zuge der Spannungen zwischen den USA und Iran betroffen. Sollte sich die Lage auch nur teilweise stabilisieren, dürften rund drei Viertel der ausgefallenen Lieferströme bis Ende 2025 wieder online gehen, was die unmittelbaren Angebotssorgen lindert.

Doch hier liegt der Haken: Die Wiederherstellung des Angebots bedeutet nicht gleich billiges Öl. Fereidun Fesharaki von FGE NexantECA sagte gegenüber CNBC, dass die Preise bis 2027 voraussichtlich weiterhin im Bereich der oberen 50er bis niedrigen 60er US-Dollar je Barrel liegen werden, also ungefähr dort, wo Analysten sie schon vor der Krise erwartet hatten. Der Grund ist einfach: Die Spannungen zwischen Washington und Teheran werden so schnell nicht verschwinden. Solange das geopolitische Risiko erhöht bleibt, werden Händler eine Prämie im Ölpreis verlangen, um sich gegen künftige Störungen abzusichern.

Auch auf der Angebotsseite gibt es einen Haken. Die globalen Rohölbestände wurden während der Störung erheblich abgebaut, was tatsächlich hilft, das zurückkehrende Angebot aufzunehmen, ohne einen Überschuss auszulösen. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass weniger Puffer vorhanden ist, falls die Nachfrage plötzlich einbricht oder anderswo Angebotsschocks auftreten. Unterm Strich mag die Panik vor einem Preiseinbruch verfrüht sein, doch Stabilität ist nicht dasselbe wie die Ausgangslage vor der Krise.

Ölpreisprognosen beeinflussen Entscheidungen in den Bereichen Energie, Transport, Fertigung und Konsum. Klarheit darüber, ob die Erholung des Angebots die Preise einbrechen lässt oder stabilisiert, hilft Investoren und politischen Entscheidungsträgern bei der Planung.
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